en









twitter

facebook

M491 TURBO-LOOK

Nach Einführung des Porsche Turbo im Oktober 1974 wurde von interessierten Kunden immer häufiger der Wunsch an die Porsche AG herangetragen, auch die konventionellen, nicht aufgeladenen Modelle mit der atemberaubenden Karosserie des 911 Turbo auszuliefern.

what a look !

Warnungen in Testberichten und in der Fachpresse über das unberechenbare Handling des Überporsches und natürlich dessen extrem hoher Anschaffungspreis lassen dieses Ansinnen als verständlich erscheinen.

Viele Tuner und Fahrzeugbauer erfüllten Kunden den Wunsch nach der brachialen Optik, manchmal leider in sehr fragwürdiger Qualität.








Spachtel und schlechte Verarbeitung!














Es sind auch einige Autos in der "Sonderwunsch-Programm" Abteilung im Werk1 von Porsche entstanden.












Dieses mit der Fahrgestellnummer WP0ZZZ91ZDS102016 ausgelieferte Fahrzeug wurde mit der Individualausstattung laut Z-Antrag 00297 :


  • Turbo Kotflügelverbreiterungen links und rechts
  • Turbo Fondseitenteile links und rechts
  • Bug und Heckspoiler
  • Distanzscheiben und längere Radbolzen
  • Leichtmetallräder geschmiedet 7Jx16 vorne und 8Jx16 hinten
  • Hinterer Deckel ohne Modellbezeichnung ( M498 )
  • Rechteckige Nebelscheinwerfer weiss ( M429 )
neben weiteren M-Codes (I327 I777 M186 M197 M261 M469 M499 M559 M568) ausgeliefert und befindet sich im Originalzustand. Es ist ein Fahrzeug aus dem Modelljahr 1983.

Porsche vergab für diese Autos ebenfalls einen eigenen M(I) -Code. Die I777 klassifiziert den TURBO-LOOK- UMBAU bei 13 Coupes - zwei Targas und zwei Cabriolets. Alle Autos MJ.1983 und nur für Deutschland (C00)!

Den meisten Umbauten dieser Zeit, wie auch beim vorstehenden Exemplar, gemeinsam ist die Tatsache, dass lediglich optisch nachgeholfen wurde, technisch aber alles beim Alten blieb.

Schließlich aber hatten die Porsche-Oberen ein Einsehen.
Sicher ausschlaggebend war, neben dem aufkommenden "Tuning" -Markt, die Tatsache, dass der 911 Turbo in den USA schon vom Jahre 1980 an aufgrund von Abgasgesetzen auf der Kippe stand, und die vielen potentiellen US-Käufer des Spitzenmodells mit einer breiten Variante versorgt werden sollten, um zumindest den "Look" zu wahren.

Die offizielle Bezeichnung ab Werk lautete demnach "Turbo-Look", als diese Modellvariante im Modelljahr 1984, zunächst für das Coupé, eingeführt wurde.
Kennzeichnend für die Variante war die Option I491, die im Jahre 1973 noch in Form des Codes M491 für den Umbau des Carrera RS zum Rennwagen Carrera 2,8 RSR stand.


Klick für Großansicht

Es wurde - aus heutiger Sicht bedauerlicherweise - keine eigenständige Fahrgestellnummer für die raren im TURBO-LOOK gefertigten Fahrzeuge vergeben.

In Großbritannien hieß der Wagen "Carrera Turbo-Look - Special Sport Equipment" und ab 1987 dann offiziell "SUPERSPORT".
Der UK Markt (C16) erschloss sich erst ab Modelljahr 1986 also etwa ab September 1985 - nur zwei frühere Fahrzeuge ( MJ 1985 ) existieren, entpuppte sich aber als der beste Markt der Porsche AG für die Carrera Turbo-Look bis 1989. Interessant ist, dass überdurchschnittlich viele Fahrzeuge mit in Wagenfarbe korrespondierenden Sitzkedern ( Z 04241 ) ausgeliefert wurden.

Supersport inside

Heute unterscheiden Fachleute und Liebhaber die Nachbauten von den im Werk entstandenen Autos, die im Marktwert erheblich voneinander abweichen, streng und unnachgiebig.
Umgebaute Autos werden als Turbolook = TL bezeichnet, die im Werk entstandenen Autos als Werks Turbo-Look = WTL. Im amerikanischen Sprachraum findet man die Bezeichnungen Factory Turbo Look und Factory Widebody. Im französischen Sprachraum ist der Begriff Turbo Look Usine „TLU“ üblich. Das letzte Modell, das die Option M491 in seiner Geburtsurkunde tragen durfte, war der 993 Carrera 4S bis 1998.